Der Nahbesprechungseffekt tritt nur bei Druckgradientempfängern auf. Das bedeutet, dass die Differenz von zwei Schalldruckwerten ausschlaggebend für den Ausgang am Mikrofon ist. Dies sind alle Mikrofone, die eine Richtcharakteristik aufweisen. Ein nicht umschaltbares Mikrofon mit Kugelcharakteristik gehört also nicht zu dieser Gruppe, weshalb hier auch kein Nahbesprechungseffekt auftreten kann.

„Druckgradientenempfänger“ von Galak76 13:11, 9 December 2006 (UTC) - illustrator. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Druckgradientenempfänger“ von Galak76 13:11, 9 December 2006 (UTC) – illustrator. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

In der Grafik kann man die Funktionsweise der Druckgradientempfänger sehr gut erkennen. Die Schallwelle muss eine bestimmte Distanz (Schallumweg) zurücklegen, um auch auf die Rückseite der Membran zu treffen. In dem unteren Weg-Zeit-Graph wird klar, was das physikalisch bedeutet. Abhängig von der Länge des Schallumwegs wird eine bestimmte Differenz des Schalldrucks erfasst.

Die Schalldruckdifferenz ist jedoch stark frequenzabhängig, wie auch die folgenden Illustrationen der Shure-Customer-Help-Website verdeutlichen.

 

Weitere Erklärungen beziehen sich auf die unterschiedliche Krümmung der Schallwelle im Nah- und im Fernfeld. Die Krümmung erhöht den Schallumweg zusätzlich, so dass auch der Nahbesprechungseffekt verstärkt auftritt. Dies kann man sich veranschaulichen, wenn man auf die erste Abbbildung schaut und sich vorstellt die Schallwelle wäre noch gekrümmter.

 

Es gibt sehr viele verschiedene Erklärungsansätze, um diesen Effekt zu beschreiben. Sengpiel hat hier diverse Erklärungen zusammengestellt und verlinkt.

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